PFAS-freie Feuerlöscher

PFAS-freie Feuerlöscher gewinnen innerhalb der professionellen Brandsicherheit zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Organisationen suchen nach Lösungen, die wirksam sind und zugleich strengeren Umwelt- und Gesundheitsanforderungen entsprechen. Durch die erwartete schrittweise Abschaffung PFAS-haltiger Löschmittel wächst der Bedarf an fluorfreien Alternativen, die technisch fundiert sind und vielseitig eingesetzt werden können.
Die europäische Gesetzgebung arbeitet auf ein Verbot PFAS-haltiger Feuerlöscher hin. Dies veranlasst Prüfstellen, Versicherer und Sicherheitsberater dazu, einen frühzeitigen Umstieg auf fluorfreie Lösungen zu empfehlen.

Was ist ein PFAS-freier Feuerlöscher und warum ist er relevant?

Ein PFAS-freier Feuerlöscher enthält keine per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen. Diese Stoffe wurden lange Zeit in Schaumlöschern eingesetzt, da sie gute Löscheigenschaften besitzen. Heute ist jedoch bekannt, dass PFAS kaum abbaubar sind und sich in Umwelt und menschlichem Körper anreichern.
PFAS-freie Feuerlöscher passen daher besser zu Nachhaltigkeitszielen und zur zukünftigen Gesetzgebung als herkömmliche PFAS-haltige Schaumlöscher.

Was sind PFAS und warum stellen sie bei Feuerlöschern ein Problem dar?

PFAS ist ein Sammelbegriff für Tausende chemischer Stoffe mit einer sehr stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindung. Diese Stabilität macht PFAS extrem langlebig und persistent. Beim Einsatz oder bei Undichtigkeiten PFAS-haltiger Feuerlöscher können diese Stoffe in Boden und Wasser gelangen.
Gesundheitsstudien zeigen Zusammenhänge zwischen PFAS und potenziellen Risiken für Mensch und Umwelt. Dies ist ein zentraler Grund dafür, dass die Gesetzgebung auf eine Einschränkung und letztlich die Abschaffung von PFAS in Löschmitteln abzielt.

Leistungsfähigkeit fluorfreier Feuerlöscher im Vergleich zu herkömmlichen Schaumlöschern

Fluorfreie Feuerlöscher wurden entwickelt, um vergleichbare Löschleistungen ohne PFAS zu erzielen. Die Wirkung basiert je nach Löschmittel auf Kühlung und Sauerstoffverdrängung.
Bei PFAS-freien Lösungen auf Hydrogel-Basis ergeben sich zusätzliche Vorteile:

  • Schnelle und langanhaltende Kühlung des Brandherdes

  • Bildung einer stabilen Sauerstoffbarriere zur Vermeidung von Rückzündungen

  • Thermoresponsive Eigenschaften, die Funken isolieren und die Freisetzung toxischer Gase reduzieren

Ein fluorfreier Schaumlöscher oder ein alternatives Löschmittel kann somit ohne Sicherheitskompromisse eingesetzt werden, sofern es technisch fundiert ist sowie nach modernen Prüfstandards wie NTA 8133/A1 getestet und zertifiziert wurde.

Einsatz von PFAS-freien Feuerlöschern in der Praxis

Industrie, Logistik und technische Anlagen:
In industriellen Umgebungen gewinnen Nachhaltigkeit und Compliance zunehmend an Bedeutung. PFAS-freie Feuerlöscher fügen sich gut in diese Anforderungen ein.

Gewerbe, Behörden und öffentliche Gebäude:
Öffentliche Einrichtungen entscheiden sich immer häufiger für fluorfreie Lösungen, um die Umweltbelastung zu reduzieren.

Spezielle Anwendungen wie Lithium-Ionen-Batteriebrände und E-Mobilität:
Bei modernen Risiken wie Lithium-Ionen-Batteriebränden ist es entscheidend, dass ein PFAS-freier Feuerlöscher für diese Anwendung geeignet ist. Dies gilt insbesondere, wenn er nach NTA 8133/A1 geprüft und zugelassen ist. Diese spezielle Prüfmethode für Lithium-Batteriebrände belegt, dass der Feuerlöscher den Verbrennungsprozess wirksam stoppt.

Gesetzgebung und der Übergang zu PFAS-freien Feuerlöschern

Derzeit besteht keine direkte gesetzliche Verpflichtung zum Einsatz PFAS-freier Feuerlöscher. Gleichzeitig ist jedoch klar, dass die europäische Gesetzgebung auf ein Verbot PFAS-haltiger Stoffe hinarbeitet. In der Praxis erwarten Prüfstellen, Versicherer und Sicherheitsberater zunehmend, dass Organisationen frühzeitig auf PFAS-freie und zukunftssichere Lösungen umstellen.
Für bestehende PFAS-haltige Feuerlöscher gelten häufig Übergangsfristen. Der Einsatz ist weiterhin erlaubt, Nachfüllung und Ersatz werden jedoch zunehmend eingeschränkt.

Zertifizierung: NTA 8133/A1, EN 3-11 und technische Prüfungen

Für Lithium-Batterien existiert derzeit keine standardisierte EN-Norm wie EN 3-7. Aus diesem Grund wurde in den Niederlanden die Technische Vereinbarung NTA 8133 entwickelt. Diese Richtlinie prüft tragbare Feuerlöscher auf ihre Eignung zur wirksamen Brandbekämpfung von Lithium-Batterien bis 600 Wh. Zusätzlich wurde eine A1-Erweiterung mit klaren, einheitlichen Prüfkriterien eingeführt.
Nach NTA 8133/A1 geprüfte Feuerlöscher tragen ein eindeutiges Etikett mit Prüfnummer als Nachweis der erfolgreich bestandenen Leistungsprüfung.
Derzeit wird an einer europäischen Norm EN 3-11 gearbeitet, die stark an NTA 8133 angelehnt ist. Diese Norm enthält jedoch noch nicht alle A1-Erweiterungen. Kiwa empfiehlt dennoch deren Anwendung, um einheitliche europäische Prüfkriterien zu schaffen.

Umwelt und Gesundheit bei PFAS-freien Feuerlöschern

PFAS-freie Feuerlöscher auf Hydrogel-Basis wurden nach anerkannten Normen untersucht. Intertek-Analysen bestätigen, dass das Löschmittel vollständig PFAS-frei ist. OECD-Tests 201 und 202 zeigen zudem, dass das Mittel für Mensch und Umwelt nicht toxisch ist.
Weitere Vorteile sind:

  • Keine schädlichen Zersetzungsprodukte

  • Keine bekannten Reizwirkungen

  • Sicherer Einsatz an elektrischen Anlagen bis 1.000 Volt

Worauf sollte man bei der Auswahl eines PFAS-freien Feuerlöschers achten?

Brandrisiko und Einsatzumgebung:
Die Art des Risikos bestimmt, welcher fluorfreie Feuerlöscher geeignet ist.

Geeignete Brandklassen und technische Leistung:
Prüfen Sie, ob der Feuerlöscher für Brandklasse A, B und F zugelassen ist.

Wartung, Lebensdauer und Umweltbelastung:
Eine längere Lebensdauer und geringere Umweltbelastung machen PFAS-freie Lösungen besonders attraktiv für den langfristigen Einsatz.

PFAS-freie Feuerlöscher sind ein logischer Schritt hin zu zukunftssicherer Brandsicherheit. Mit technisch fundierten und fluorfreien Lösungen reduzieren Sie Risiken für Mensch und Umwelt. Möchten Sie wissen, welcher PFAS-freie Feuerlöscher zu Ihrer Anwendung passt? Nehmen Sie Kontakt auf für eine fachliche Beratung.

Häufig gestellte Fragen zu PFAS-freien Feuerlöschern

Was ist der Unterschied zwischen einem PFAS-freien und einem fluorfreien Feuerlöscher?

Die Begriffe PFAS-frei und fluorfrei werden in der Praxis häufig synonym verwendet, da beide ausdrücken, dass das Löschmittel keine per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen enthält. Ein PFAS-freier Feuerlöscher nutzt alternative Löschtechniken ohne persistente Stoffe und unterscheidet sich damit von herkömmlichen Schaumlöschern.

Ist ein PFAS-freier Feuerlöscher für Unternehmen verpflichtend?

Der Einsatz PFAS-freier Feuerlöscher ist derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben. Europäische Gesetzgebung und politische Entwicklungen zielen jedoch klar auf die Abschaffung PFAS-haltiger Feuerlöscher ab. In der Praxis erwarten Prüfstellen, Versicherer und Sicherheitsberater zunehmend den nachweisbaren Einsatz PFAS-freier Lösungen.

Sind fluorfreie Schaumlöscher genauso wirksam wie herkömmliche Schaumlöscher?

Fluorfreie Schaumlöscher wurden entwickelt, um vergleichbare Löschleistungen ohne PFAS zu erzielen. Die Wirksamkeit hängt dabei stark von der richtigen Anwendung und dem gewählten Löschmittel ab. Bei sachgemäßem Einsatz bieten fluorfreie Lösungen ausreichend Kühlung und Sauerstoffverdrängung für viele professionelle Brandszenarien.

Sind PFAS-freie Feuerlöscher sicher für Mensch und Umwelt?

PFAS-freie Feuerlöscher sind sicher für Mensch und Umwelt, sofern das Löschmittel nach anerkannten Normen geprüft und durch unabhängige Analysen belegt ist. Intertek-Analysen bestätigen die vollständige PFAS-Freiheit, während OECD-Tests 201 und 202 die Nicht-Toxizität und das Fehlen schädlicher Zersetzungsprodukte nachweisen.

Wann sollte ich auf einen PFAS-freien Feuerlöscher umsteigen?

Ein Umstieg ist besonders sinnvoll, wenn Ihre Organisation mit strengeren Umweltauflagen konfrontiert ist, bestehende Feuerlöscher ersetzt werden müssen oder eine strategische Vorbereitung auf zukünftige Gesetzgebung erfolgt. Durch einen frühzeitigen Wechsel vermeiden Sie Zeitdruck und stärken die Zukunftssicherheit Ihres Brandschutzkonzepts.